Grippe

Grippe im medizinischen Sinn ist eine Virusinfektion, die durch ein ganz bestimmtes Virus  (Influenza-A-Virus) verursacht wird. Die Patienten sind meist deutlich kränker als bei einer „normalen“ Erkältung. Die Sterblichkeit ist deutlich höher (v. a. bei Alten und Patienten mit gravierenden Vorerkrankungen wie Herzfehler, schwere Lungenerkrankungen usw.).

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Grippe-Impfung entsprechend den offiziellen Impfempfehlungen nur, wenn eine schwere Grunderkrankung zu einem höheren Risiko führt. Dazu gehören z.B. schwere Herzfehler, schwere Asthmaerkrankung, Diabetes u. v. a .m.

Wünschen Sie die Impfung bei einem „normalen“ Kind, müssen Sie die Kosten selbst tragen! Diese liegen für Impfstoff plus Impfleistung bei ca. 40 €.

Ob ein Medikament, das in der Frühphase einer Grippe eine gewisse Besserung verspricht (Tamiflu), wirklich einen Nutzen hat, ist umstritten! Keinesfalls können wir Ihnen ein solches Medikament ohne entsprechende Symptome auf Kassenrezept vorsorglich verordnen. Im Übrigen hat die Landesregierung in NRW für den Ernstfall für 30% der Bürger Tamiflu eingelagert (damit mehr als jedes andere Bundesland).

Schweinegrippe

Es ist verblüffend: 2009/2010 verging kaum eine Nachrichtensendung, in der nicht neueste Zahlen und Tipps zum Umgang mit der Erkrankung verbreitet wurden. Dringende Impfempfehlungen standen einem Mangel an Impfstoffen gegenüber. Hysterische Presseberichte grenzten teils an Panikmache. 16 unterschiedliche Pandemiepläne – dem Föderalismus sei Dank – haben erhebliche logistische und organisatorische Probleme bereitet (und offengelegt). Wäre die Schweinegrippe tatsächlich eine sehr lebensbedrohliche Krankheit gewesen, hätten wir angesichts inkompetenten behördlichen Umgangs damit vor einer Katastrophe gestanden.

All diese Aufregung hat sich merkwürdig verflüchtigt.

Fazit: Nach einer Welle von Verunsicherung und Besorgnis kann die Schweinegrippe als eine weitgehend harmlose Infektion angesehen werden. Jedes Jahr sterben in Deutschland deutlich mehr als 10.000 Menschen an der echten Grippe, Influenza. Die Schweinegrippe hat in Deutschland insgesamt ca. 280 Todesopfer gefordert. Ein großer Teil dieser Patienten litt an –  überwiegend schweren – Vorerkrankungen. Ohne wenn und aber: jeder, der an einer vermeidbaren Erkrankung stirbt, ist einer zu viel. Die von den Medien geschürte massive Beunruhigung war jedoch sicher so nicht berechtigt. Allein in 2008 sind etwa zwanzig mal mehr Menschen auf Deutschlands Straßen gestorben.

In Sachen H1N1-Impfung haben wir von Anfang an eine sehr zurückhaltende Position vertreten. Dabei wissen unsere Patienten: wir sind glühende Impfbefürworter. Impfungen sind einer der größten Fortschritte der Medizin. Sie verhindern nicht nur schlimme Krankheitszustände sondern auch oft gravierende Folgeschäden. In zeitraubenden Informationsgesprächen bemühen wir uns, die Zögerlichen vom Nutzen der Impfung zu überzeugen.

Es war richtig,  die Produktion eines effektiven Impfstoffes frühzeitig voranzutreiben. Es hat dem Impfgedanken jedoch eher geschadet, dass man zu einem Zeitpunkt, als die Harmlosigkeit der Krankheit auf der Hand lag, versucht hat, den Impfstoff mit viel Druck unters Volk zu bringen.

Und es gibt noch eine andere Seite: es mehren sich Hinweise darauf, dass es günstig ist, eine Schweinegrippe durchzumachen. Überall wurde ein drastischer Rückgang der erheblich gefährlicheren Influenzaviren beobachtet. Dies wird durch einen „Verdrängungseffekt“ erklärt. Außerdem scheinen Patienten, die die Schweinegrippe durchgemacht haben, auch gegen andere Grippeinfektionen einen besseren Schutz zu haben als Geimpfte. Dazu die FAZ.

Erhebliche Zweifel bestehen zunehmend an der Wirksamkeit des Medikamentes Tamiflu. Etliche wissenschaftliche Studien zu diesem Medikament stellen dessen Nutzen in Frage. Zu diesem Thema ein Artikel auf der online-Seite des „Spiegel“

Vogelgrippe

Sie werden bald wieder von ihr hören, es ist nur vorübergehend still geworden um die

Es gibt keine Impfung für Menschen gegen Vogelgrippe. Die Grippeimpfung schützt nicht vor Vogelgrippe!! Allerdings kann eine Grippeimpfung das Risiko der „Durchmischung“ verringern. Außerdem kann sie dem Arzt ggf. die Diagnose „Vogelgrippe“ erleichtern: wenn ein geimpfter Patient entsprechende Symptome zeigt, kann es kaum die Grippe sein, also eher die Vogelgrippe.

Sollte (Möglichkeit 1) sich das Vogelgrippevirus spontan so verändern, dass es doch für Menschen ansteckend würde oder (Möglichkeit 2) sich das Vogelgrippevirus mit dem menschlichen Influenzavirus mischen, könnte es zu einer „weltweiten Epidemie“, im Fachjargon: Pandemie, kommen. Diese Durchmischung ist nur möglich, wenn   e i n   Organismus von beiden Erregern befallen ist. Bei Menschen also unwahrscheinlich, wenn sie Grippe-geimpft sind unmöglich. Schweine können an beiden Erregern erkranken, könnten also an der Entwicklung beteiligt sein. Angesichts der momentanen Virusausbreitung schätzen Experten das Risiko einer Pandemie als „so hoch wie seit Jahrzehnten nicht“ ein

Vogelgrippe, eine fast nur Geflügel betreffende, seit fast 150 Jahren bekannte Virusinfektion. Das Virus gehört zur gleichen Virenart wie das die Menschen befallende Influenza-Virus. Menschen werden nur äußerst selten und eigentlich nur nach sehr engem Kontakt mit erkrankten Vögeln befallen. Der Krankheitsverlauf ist dann aber sehr schwer und erschreckend häufig tödlich. Ansteckung vom Menschen auf den Menschen ist bisher nicht sicher vorgekommen. Die momentane Form der Virusgrippe ist also für Ihr Kind nicht gefährlich! Weltweit starben seit Beginn der 2003 ausgebrochenen Epidemie weniger als 100 Menschen an Vogelgrippe. Jährlich sterben dagegen an der menschlichen Grippe etwa 1/4 Million Menschen.

Eine Impfung gibt es nur gegen Grippe. Das Grippevirus ändert laufend seine Eigenschaften. Spezialisten versuchen alljährlich vorherzusagen, welche Virustypen in der kommenden Wintersaison eine Rolle spielen werden. Danach richtet sich die Zusammensetzung des jeweiligen Impfstoffs. Meist „passt“ der Impfstoff recht gut zu der dann folgenden Grippewelle.

Gekochtes Geflügelfleisch ist unbedenklich! Das Virus wird bei 70° abgetötet.

„Grippe“ im täglichen Sprachgebrauch meint einfach eine mehr oder minder schwere Erkältung. Diese kann durch alle möglichen verschiedenen Viren verursacht sein

Influenza („Grippe“)

In der Wintersaison 2009/2010 einfach ausgefallen!!

Auf den ersten Blick überraschend, dennoch erklärbar: In allen vergangenen Jahren gab es im Frühjahr eine große Grippewelle mit vielen Toten. In der Regel sind Jahr für Jahr etwa 10.000 Menschen in Deutschland an der Grippe verstorben.

Im genannten Winter ist die Grippewelle ausgeblieben. Da zuvor die (viel harmlosere) Schweinegrippe die Runde gemacht hat, sind die echten Grippeviren weitestgehend verdrängt worden. Diese Erfahrung war nach den Verläufen auf der Südhalbkugel, wo die Schweinegrippe etwa ein halbes Jahr früher die Runde machte, bereits erwartet worden.

Fazit: Die Schweinegrippe hat viele Menschenleben gerettet!

zurück zum Gesundheitslexikon

So erreichen Sie uns

Jan Kaiser, Dr. Thilo Gropp, Dr. Thomas Golka
Kinder- und Jugendärzte
Ferrenbergstraße 24a
51465 Bergisch Gladbach
Telefon: 0 22 02 / 93 65 10
Termine täglich ab 8:00 Uhr

Sprechzeiten

Montag, Donnerstag:
09:00–12:00 Uhr, 14:00–16:00 Uhr
Dienstag:
09:00–12:00 Uhr, 14:00–16:30 Uhr
Mittwoch, Freitag:
09:00–12:00 Uhr

Aktuell

CORONA

link5 Wichtige Änderungen des Praxisablaufs/Telefonberatung Impfungen gegen COVID 19 in unserer Praxis Verhalten bei Erkrankungen, Erkältungen, Fieber usw. Verhalten bei Vorsorgeterminen/Impfungen link1 Praxisablauf… um die weitere Ausbreitung der Corona-Infektion möglichst zu bremsen kommen Sie bitte keinesfalls unangemeldet mit einem kranken Kind in die Praxis! Unsere Infektions-Sprechstunde für kranke Kinder beginnt ab   11.30 h. Auch nach telefonischer Anmeldung (!) kommen Sie bitte zum Termin nicht in die Praxisräume hinein, vielmehr klopfen Sie an und lassen das Kind noch nicht eintreten. Hinterlassen Sie ihre Handynummer an der Annahme. Sie werden eingelassen, wenn ein Zimmer frei ist. Wir bieten Ihnen, wenn Sie Ihr Kind lieber nicht in die Praxis bringen möchten (oder Sie sich unsicher sind, ob eine Vorstellung erforderlich ist), auch eine telefonische Beratung an. Diese erreichen Sie unter 02202 932910. Diese Nummer ist allerdings nur teilweise freigeschaltet und nicht rund um die Uhr verfügbar. Eine dringende Bitte – Kontakte müssen reduziert werden:Wenn Sie Ihr Kind zur Vorsorgeuntersuchung bringen, darf momentan nur ein Erwachsener mitkommen! (Einzige Ausnahme: die ersten Untersuchungen U2 und U3). <-zurück link2 COVID 19-Impfung Seit Anfang Mai impfen auch wir in unserer Praxis gegen Corona/SARS-CoV2. Bisher haben wir ausschließlich BioNTech-Pfizer-Impfstoff verimpft. Die Priorisierung ist am 7. 6. ausgelaufen. Die Zahl derjenigen, die nun geimpft werden könnten, ist damit massiv gewachsen. Allerdings wächst inzwischen auch zunehmend die Menge des lieferbaren Impfstoffs. Der Impfstoff ist unterdessen in Europa auch für Kinder ab 12 Jahren zugelassen. Die deutsche Impfkommision STIKO allerdings hat sich für alle unter 18-Jährigen (!) gegen eine allgemeine Impfempfehlung ausgesprochen. Das Risiko für schwerwiegende Verläufe im Falle einer Erkrankung ist bei Menschen dieser Altersgruppe äußerst gering, das Risiko der Impfung hingegen für Kinder noch nicht wirklich geklärt. Deswegen ist die Impfung von der STIKO nur für Kinder mit schweren Grunderkrankungen (z.B. schwere Herz- oder Lungenerkrankungen, gravierende Immunerkrankungen… (siehe hier)) empfohlen. Dieser Auffassung folgen wir. Erst wenn belastbare Zahlen zum Impfrisiko (z. B. Herzmuskelentzündungen, „PIMS“…) vorliegen, kann man diese Position wohl neu bewerten. Fachleute rechnen innerhalb der nächsten Wochen mit einer auf Fakten basierenden Entscheidung der STIKO. (Stand 14. 7. 2021) Momentan erfolgt die Zuteilung zu Impfterminen vorrangig nach der medizinischen Bedürftigkeit und erst danach nach der Reihenfolge der Anmeldung! Wegen der hohen Zahl an Anmeldungen bitten wir einerseits um Geduld. Im Einzelfall müssen Sie sich sicher nach wie vor auf eine längerdauernde Wartezeit einrichten. Sie sollten bitte von telefonischen „Impfbestellungen“ absehen. Wir werden mit entsprechenden Anfragen sehr häufig konfrontiert. Das führt zu einer neben der normalen Praxisarbeit sehr hohen organisatorischen Beanspruchung. Deswegen stellen Sie bitte etwaige Anfragen ausschließlich per mail über den folgenden Link: online-Anmeldung zur Impfung online-Stornierung der Impfung (sofern Ihnen bereits anderweitig geholfen werden konnte) Covid-Impfaufklärung Download Covid Impfeinwilligung Download Ersatzbescheinigung (nur erforderlich bei fehlendem Impfpass) Download <-zurück link3 Verhalten bei Erkrankung… Generell gilt: fiebernde und erheblich krank wirkende Kinder gehören – wie bisher – nicht in Kindergarten oder Schule! Hier ein Baumdiagramm, dass Ihnen zeigt, wie Sie sich in NRW hinsichtlich der Schule bei einer Erkrankung Ihres Kindes verhalten sollten -> Grundsätzlich trifft die Entscheidung über die Notwendigkeit einer Testung nicht die Schule/KiTa sondern der Arzt oder das Gesundheitsamt. Schulen/KiTas sind nicht berechtigt, Tests (oder Vorlage eines negativen Testergebnisses) einzufordern oder als Voraussetzung für die Wiederaufnahme nach Erkrankung zu verlangen! Ein ärztliches Attest ist ausschließlich erforderlich, wenn ein Kind wegen eigener Infektion oder als enge Kontaktperson in Quarantäne musste! Kinder mit leichten Erkältungssymptomen (Husten/laufende oder verstopfte Nase) ohne Fieber, die keinen „kranken Eindruck“ machen oder die nur kurz (bis zu 3 Tage) erkrankt waren, werden nicht routinemässig getestet. Sie dürfen nach Genesung ohne Attest die Einrichtung wieder besuchen! Bei positiver Testung eines Haushaltsmitgliedes tritt automatisch (!) für alle weiteren Haushaltsmitglieder eine 14-tägige Quarantäne in Kraft. Eine Testung des restlichen Familienmitglieder findet dabei nicht statt (siehe hier). Eine Testung auf COVID19 soll erfolgen bei Kindern mit schlechtem Allgemeinzustand und Fieber/Husten über 48 Std. (Fieber = anhaltend über 38° oder einmal über 38.5°),bei Kindern mit starken anhaltenden Bauchschmerzen (ggf mit Durchfall/Erbrechen), sofern es nach ärztlicher Untersuchung keine andere Erklärung dafür gibt.bei Patienten, deren Situation sich nach mehreren Tagen Kranksein verschlechtert, statt besser zu werden.In unklaren und uneindeutigen Fällen entscheidet der behandelnde Arzt über die Notwendigkeit der Testung <-zurück link4 […]

Augengrippe

Die Augengrippe (Keratokonjunktivitis epidemica) ist eine Virusinfektion der Augenbindehäute und der Hornhaut. Sie ist hoch ansteckend und kann nicht ursächlich [...]

Kindergartenverbot für Ungeimpfte ist beschlossen!

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt die Anti-Impf-Bewegung zu einer der großen Bedrohungen für die weltweite Gesundheit. Nichtgeimpfte gefährden aber ihr Umfeld [...]